Das Allerseelenfest

Erinnert Allerheiligen an die Toten, die schon endgültig im Reich Gottes sind, an die Märtyrer und Heiligen, so verweist Allerseelen auf alle, die ihren Seelenfrieden noch nicht haben. Schon in früher Christenheit betete man für die Seelen der Toten, einen eigenen Gedenktag aber gab es dafür nicht. Der kam erst zur Jahrtausendwende auf – vor allem in den großen Benediktinerabteien Frankreichs, wo man zu Ehren der Verstorbenen besondere Messen las und Stiftungen eingerichtet hat. Papst Johannes war es schließlich, der im Jahr 1006 das Allerseelenfest auf den 2. November festsetzte.

 

 
Ursprung:

Der Ursprung des Allerseelenfestes (und auch von Halloween) liegt bei den Kelten. Bei ihnen hat dieses Fest SAMHAIN geheißen. Es war der Abschluss eines Ernte- und Arbeitsjahres. Die letzte Ernte war eingeholt und die Menschen haben sich auf die Ruhezeit vorbereitet bis ungefähr Februar/März, bis die Arbeiten wieder begonnen haben. Die Kelten haben auf den Feldern und Hügeln große Feuer angezündet, haben dazu laut getrommelt und die Leute haben dazu getanzt. Dabei sind die Toten angerufen worden, die den Menschen helfen sollten, das alte Jahr zu verabschieden und ein neues Jahr zu beginnen.


Seelenweckerl:

Wie heute zu Halloween die Kinder zogen früher die armen Leute am Tag vor Allerheiligen von Haus zu Haus und bekamen ein Essens - Geschenk. Die Gabe war üblicher Weise ein so genanntes „Gebildebrot“, das im Volksmund regional unterschiedliche Namen hatte: Seelenweckerl, Seelenkipf, Seelenzopf usw. und ausRoggenmehl bestand. Dieses Gebildebrot wurde in besonders schöner und süßer Ausführung vom Paten dem Patenkinde geschenkt. Das Patenkind hat mit einem Vers das Geschenk beim Paten erbeten: 

I bitt enk sche um an Seelenkipf
um an weiß'n, an brauna konn i ned dabeiß'n
um an langa, an kurz'n konn i net daglanga.

 Rübenlichter

Das Rübenlicht war die Darstellung des Fegefeuers. Der gezackte Mund mit der Kerze dahinter – wie man sich früher das Fegefeuer vorgestellt hat. Und die runden Löcher, die wie Augen ausschauen, waren dafür gedacht, dass die Kerze genug Luft bekommen hat. – So wurden die Fratzen draus, die heute – auch bei den Kürbissen üblich sind.

 Alle Riten bezogen sich auf die armen Seelen im Fegefeuer. Die Menschen früher haben geglaubt, dass die noch nicht erlösten Seelen an Allerseelen für eine Nacht wieder auf die Erde kommen dürfen. (sozusagen Urlaub vom Fegefeuer). 

 


Wichtige Regeln, die an Allerseelen eingehalten werden mussten:

Beim Tischdecken musste darauf geachtet werden, dass kein Messer mit der Schneide nach oben zu liegen kam. – die umgehenden armen Seelen könnten sich schneiden.

Ein Rechen musste aufgeräumt werden und durfte nicht mit den Zinken nach oben herum liegen. – die armen Seelen könnten drauf treten und sich verletzen.

Auch darf an diesem Tag keine leere Pfanne über dem Feuer stehen, damit sich nicht unversehens eine arme Seele hineinsetze und elend verbrenne“.

Türen durften nicht zugeschlagen werden, weil sich in diesem Moment eine arme Seele zwischen Tür und Angel befinden könnte, die man dann einquetschen würde.

Auch durften an diesem Tag keine Frösche oder Kröten umgebracht werden, weil man glaubte, dass die armen Seelen sich in ihrem Körper an diesem Tag auf der Welt aufhalten könnten. 

Dann gab es da noch die Hexen. Im alten Glauben  feierten die Hexen an Allerseelen ihr Neujahrsfest. Sie sammelten bis zu diesem Tag Kräuter aus Wald und Wiese. An Allerseelen machten sie ein großes Feuer und verbrannten diese Kräuter als Opfer für ihre Vorfahren. Anschließend tanzten sie voll Freude ums Feuer.